Stadtsammlung

In der ehemaligen Bürgerspitalskirche sind Teile der umfangreichen Sammlung zur kleinstädtisch-bürgerlichen Kultur im Retz des 19. Jahrhundert ausgestellt: Uhren, Goldhauben, Fächer, Kleidungsstücke, Handarbeiten, Geschirr (unter anderem Frainer Keramik), Biedermeier-Gläser, kolorierte Spielkarten von Hieronymus Löschenkohl aus 1800, verschiedene Stadtansichten, Portraits von Bürgerinnen und Bürgern.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Musikinstrumentensammlung, die auf das reiche Retzer Musikleben des 19. Jahrhunderts verweist. Das Glanzstück bildet der sogenannte „Liszt-Flügel“ der Retzer Pianistin und Liszt-Schülerin Antonia Raab (1846 – 1902), der immer wieder den Mittelpunkt von Konzertveranstaltungen im Museum bildet.

Im angrenzenden Raum befindet sich eine weitgehend chronologisch angeordnete Ausstellung von Objekten aus der wechselvollen Stadtgeschichte beginnend mit prähistorischer Zeit: Waffen, Urkunden, Pläne, Teile von Uniformen und Rüstungen, Bücher und Schriften. Ein besonderes Objekt ist ein Modell der Retzer Windmühle. Der neugestaltete urgeschichtliche Ausstellungsteil ist der Geschichte des „Retzer Sees“ bis in die Gegenwart gewidmet, aus dessen Umkreis die meisten wichtigen Retzer Funde stammen.

 

Südmährische Galerie

Im ersten Stock des Bürgerspitalgebäudes befindet sich die Ausstellung der Südmährischen Galerie. Ihr Stifter Dr. Hellmut Bornemann stellte in jahrzehntelanger Arbeit eine umfassende Kollektion südmährischer Künstler und Motive zusammen, die 2004 im Oberstock des neu renovierten Bürgerspital ihren endgültigen Präsentationsrahmen fand. In einer Vielzahl von Bildern, Grafiken und Gemälden zeigt sich das Bild der Region und ihrer Menschen über die letzten Jahrhunderte bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst Ölbilder, Aquarelle, Radierungen, Zeichnungen und Plastiken. Historische Karten und Dokumente geben Einblick in die geopolitische Geschichte Südmährens. Schwerpunkte sind die Arbeiten von Anton Bruder, Hugo Lederer, Alexander Pock, Othmar Ruzicka, Max Scherer, Rudolf Zima und anderen.

Wo sich ehemals das Arbeitszimmer des Stadtschreibers befand, erinnert eine Vitrine an den Stadtchronisten Josef Carl Puntschert. Ein überlebensgroße Bronze-Büste erinnert an den aus Poppitz/Popice stammenden Schriftsteller Charles Sealsfield (Karl Postl).

 

Sonderausstellungen (Stadtsammlung)

BUNTmetall - Archäologische Kupfer- und Bronzegegenstände und ihre Herstellung

Die Entdeckung neuer metallischer Rohstoffe ermöglichte dem Menschen stets technische Fortschritte, was nicht zuletzt an der einprägsamen wissenschaftlichen Benennung der „Kupferzeit“, „Bronzezeit“ und „Eisenzeit“ erkennbar ist. Im Zuge der Inventarisierung der archäologischen Bestände des Museums Retz traten interessante Objekte zutage, die eindrucksvolle Belege für die Lebens- und Arbeitsweisen der Menschen der Kupfer- und Bronzezeit im Raum Retz darstellen. Dem noch nicht genug, denn ungleich interessanter wird es, wenn man sich fragt, wie diese vor tausenden von Jahren hergestellt wurden. Wann wurde eigentlich entdeckt, dass man Kupfer und Zinn zu Bronze legieren kann? Welche Utensilien benötigte man, um die Bronze zu verflüssigen und anschließend in eine adäquate Form zu bringen? Die inhaltliche Schwerpunktsetzung erfolgte also bereits in der Phase der Ausstellungskonzeption ganz klar in Richtung der Archäotechnik. Durch Hands-on-Stationen in der Ausstellung und das aktive Werken mit den genannten Materialien sollen die oftmals als sperrig wahrgenommenen Begriffe der Kupfer- und Bronzezeit lebendiger wahrgenommen werden.

24. März bis 26. Oktober 2018, Bürgerspital

Gefördert durch:

 

Retz im Ersten Weltkrieg

Die kleine lokalspezifische Ausstellung wird als Intervention in die Dauerausstellung des Museums integriert, deren inhaltlichen Schwerpunkt das Retzer Bürgertum des 19. Jahrhunderts bildet. Im Sinne des Endes des „langen 19. Jahrhunderts“ durch den Ersten Weltkrieg bildet die Sonderausstellung einen Kontrast zur Darstellung der bürgerlichen Idyllen und verweist auf das Ende dieser Ära. Der Bogen der Themen umfasst die beiden Retzer Genesungsheime für Kriegsverwundete, die lokale Mangelwirtschaft, die kriegswirtschaftliche Bürokratie und die Gedenk- und Erinnerungskultur. Die Ausstellung wird mit Objekten aus der eigenen Kriegssammlung und aus dem Stadtarchiv Retz gestaltet.

21. Juni bis 26. Oktober 2014, Bürgerspital

Gefördert durch:

 

Der Retzer See von der Urgeschichte bis heute (Ergänzung der Dauerausstellung)

Die Sicherung der noch in den Vitrinen im Depot lagernden Bestände und die 2013 begonnene Inventarisierung haben gezeigt, dass sich in den Retzer ur- und frühgeschichtlichen Beständen hochinteressante Objekte von hohem Ausstellungswert befinden. Diese sollen als Ergänzung in die Dauerausstellung integriert werden. Es handelt sich dabei um die wichtigsten in Retz und Umgebung gefundenen Stücke aus Neolithikum, Bronze- und Eisenzeit sowie des Mittelalters, ein kleinerer Teil soll dem kulturhistorischen Kontext der Sammlungsentstehung gewidmet sein. Ergänzt wird der Ausstellungsteil durch Originalgrafiken von Retzer Funden (aus den Retzer Museumsbeständen), Dokumenten aus dem Stadtarchiv und Fotografien aus Stadtarchiv und urgeschichtlicher Sammlung.

seit April 2014, Bürgerspital

Gefördert durch:

 

Die 27 Abschnittsfeuerwehren im Bezirk Hollabrunn

Aus Anlass der 2014 in Retz stattfindenden Landesfeuerwehrleistungsbewerbe tragen die 27 Abschnittsfeuerwehren des Bezirkes Hollabrunn zu einer Ausstellung über ihre Geschichte mit altem Gerät, Fotografien und Protokollbüchern bei.

5. April bis 26. Oktober 2014, Sonderausstellungsraum

 

Sonderausstellungen (Südmährische Galerie)

Schloss Vöttau - Eine Perle des Thayatales

Mit der Errichtung des Stausees bei Frain an der Thaya (Vranov nad Dyjí) versank das Dorf Alt-Vöttau und wurde als Neu-Vöttau an anderer Stelle wiedererrichtet. Die Burg Bítov, zu Deutsch oft als Schloss Vöttau bezeichnet, thront auch heute noch majestätisch über der Thaya und ist namensgebend für diese Sonderausstellung.

7. April bis 26. Oktober 2018, Sonderausstellungsraum der Südmährischen Galerie

 

Prof. Hugo Lederer

Der Bildhauer Hugo Lederer wurde am 16. November 1871 in Znaim geboren. Dort lernte er auf der Staatsfachschule für Tonindustrie Modellieren, Zeichnen und Keramik und schloss diese mit 16 Jahren ab. Als 17-Jähriger ging er nach Erfurt in ein kunstgewerbliches Atelier, im Jahre 1919 erhielt er eine Berufung an die Akademie Berlin als Vorstand des Meisterateliers für Bildhauerei. Weiters war er Ehrendoktor der Universität, Mitglied der Akademien Dresden und Hamburg, Ehrenmitglied der Akademien Wien und München, Ritter des Ordens Pour le mérite für Kunst und Wissenschaft und Träger des schwedischen Nordsternordens. Bekannte Werke sind zum Beispiel „Der Fechter“ und der „Bogenschütze“. (vgl. www.suedmaehren.at)

22. April bis 26. Oktober 2017, Sonderausstellungsraum der Südmährischen Galerie

 

Die Künstlerfamilie Charlemont

Vater Mathias Adolf Charlemont (1820-1871) und die Söhne Eduard (1842-1906), Hugo Franz Josef (1850-1939) und Theodor (1859-1938) waren akademische Maler und Bildhauer, deren Geburtsorte Brünn, Wien, Jamnitz und Znaim ihren Bezug zu Südmähren nicht nur durch ihre Werke deutlich machen.

2. April bis 26. Oktober 2016, Sonderausstellungsraum der Südmährischen Galerie

 

Agnes - Cursus Sanctae Mariae

Im Prämonstratenser-Chorherrenstift Klosterbruck / Znaim entstand um 1215 für Agnes, die Tochter des böhmischen Königs Premysl Ottokar I., eine romanische Handschrift mit vielen Miniaturen.

11. April bis 26. Oktober 2015, Sonderausstellungsraum der Südmährischen Galerie

 

Prof. Alexander Pock

Der aus Znaim stammende Maler Alexander Pock (1871-1950), Absolvent der Wiener Kunstakademie, war einer der bekanntesten und begehrtesten Pferde- und Militärmaler der österreichisch-ungarischen Monarchie. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete Pock als Kriegsmaler im k. u. k. Kriegspressequartier.

5. April bis 26. Oktober 2014, Südmährische Galerie

 

Znaimer Altar

Im Sonderausstellungsraum der Südmährischen Galerie wird eine Fotoreproduktion des Altars aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gezeigt. 1825 wurde der Altar vom Znaimer Stadtrat dem Kaiser als Gastgeschenk übergeben. Der Altar befindet sich heute in der Galerie Belvedere.

6. April bis 26. Oktober 2013, Sonderausstellungsraum der Südmährischen Galerie